Möschesonntag 1958: Umzug und Ringstechen

Am kommenden Sonntag, 8. August, wäre Möschesonntag, fiele das Schützenfest der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Lintorf 1464 nicht erneut wegen der Coronapandemie aus. Stattdessen planen die Schützen ihre im Januar ausgefallene Mitgliederversammlung nachzuholen. Am 10. August 1958, zehn Jahre nach der Wiederbegründung der Bruderschaft feierten die Schützen dagegen den Möschesonntag mit einem großen Umzug un dem ersten Ringstechen des Reitercorps.

An Möschesonntag, also dem Sonntag vor dem eigentlichen Schützenfest, kündigen die Lintorfer Schützen gewöhnlich ihr großes Fest mit einem kleinen Umzug durchs Dorf an. Anders im Jahre 1958. Damals trafen sich das Reitercoprs und das Tambourcorps vor dem Vereinslokal des 1956 gegründeten Reitercorps, also vor der Gaststätte Holtschneider. Die stand gegenüber dem Bürgershof.

Vom Vereinslokal zogen die Schützen mit der Goldenen Mösch, also dem vergoldeten Spatzen, über die Angermunder Straße (heute Lintorfer Markt und Konrad-Adenauer-Platz), die Duisburger Straße, den Breitscheider Weg, wo sie den Bruderschaftskönig Peter Hermanns abholten, und dann weiter über Am Löken, Speestraße, Angermunder Straße, Tiefenbroicher Straße, Schiller Straße, Kalkstraße, Mörikestraße und Sandstraße zum Hof des Landwirtes Johann Derichs.

Hier, vor dem Hof des Protektors der Reiter, Johann Derichs, fand dann das erste Ringstechen der Reiter statt, mit dem sie seit dem traditionell den Reiterkönig ermitteln. “Mit dieser Veranstaltung wollen die Reiter und die Spielleute des Tambourscorps ihrem Protektor und dessen Gattin für alles danken, was sie im Laufe der Jahre für die Reiter und das Tambourcorps getan haben”, heißt es in einem Bericht der Rheinischen Post vom 9. August 1958. Geendet hat der Möschesonntag 1958 mit einem gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal Holtschneider.

2009 war Felix Thorn von den Reitern Bruderschaftskönig. Deshalb trug das Reitercorps 2010 die Goldene Mösch durchs Dorf. (Foto: privat)