Mecki wäre heute 100 Jahre geworden

Heute vor genau 100 Jahren am 20. Dezember 1920 erblickte Werner Mecki Harte das Licht der Welt. Sein Vater, Rektor Emil Harte, war der „Wieder“-Begründer unserer Bruderschaft nach dem Kriege. Werner erblickte in der Lehrerwohnung der alten Lintorfer Schule das Licht der Welt.  Hier wurde er 1927 auch eingeschult. Kindheit und Jugend verbrachte er im kleinen wie dörflichen Lintorf.  

Mecki (links) mit Gerd Schulmeister

Den Namen Mecki hat er von seinem Vater erhalten. Dieser hatte einen Spruch drauf, der ungefähr so lautete: „Max, Du has’ Rhabarberbeen, dreck’ge Häng un’ fuhle Zäng“. Das war zu jener Zeit ein in der ‚Gesellschaft’ üblicher, lockerer Spruch, mit dem man Menschen mit einer hierzu passenden Erscheinung bedachte. Werner hatte alle drei Voraussetzungen: dünne Beine, dreckige Hände und faule Zähne, was den Vater motivierte, dieses Worte mehr als einmal im Beisein anderer Schüler loszulassen. Aus ‚Max’ machten die Kinder zunächst ‚Mäxchen’, da Werner klein war und dann ‚Mecki’. Und so war es „auf einmal passiert“, dass er Zeit seines Lebens Mecki heißt. Gefallen hat ihm der Name nicht. Später hat er sich dann damit abgefunden.

Am 1. April 1935 begann Werner seine dreijährige Ausbildung als Sparkassenlehrling. 1939 ging es  zum Reichsarbeitsdienst, wo er auch ein Pferd zugeteilt bekam und er sich voll seiner Leidenschaft ‚Reiten‘ widmen konnte. Mit den zwei Pferden Raudi und Ottokar führte ihn der Krieg als Meldereiter quer durch Europa bis er schließlich 1945 in Gefangenschaft geriet und im „Lager 123“ in Tüll/Frankreich bleiben musste. Im April 1948 kam Mecki aus der Gefangenschaft zurück. Er erreichte Lintorf Bahnhof mit dem Bummelzug am späten Vormittag. Aus dem Zug kommend schaute er sich um. Zehn lange Jahre hatte er seine Heimat nicht gesehen. An der Holzbude, jenem Kartenknipscherhäuschen am Durchgang, standen zwei kleine Mädchen. Die sahen ihn an und sagten: „Das ist ja der Mecki. Meine Mutter sagt, der kommt heute aus der Gefangenschaft zurück.“ Und er hatte doch so sehr gehofft, dieser verhasste Name sei vergessen worden. War er aber nicht.

Mecki (von rechts), Gerd Schulmeister und Wolfgang Keller

1951 heiratet er Ellen Elbers aus Kettwig vor der Brücke. Zeit Lebens arbeitete er bei Josef Lang in Großenbaum, wo er 75-jährig in den Ruhestand ging. 1956 erfolgte durch ihn die Gründung des Reitercorps Lintorf, wo er bis zu seinem Tod am 24. Juli 2013 auch Mitglied blieb. Er führte seinen Verein 25 Jahre als Vorsitzender und Rittmeister, setzte sich für die Reitausbildung ein, initiierte die bekannten Ringstechen der Reitercorps Angerland und Ratingen sowie die Lintorfer Reitturniere. Zehn Jahre lang war Werner Harte Oberst unserer Bruderschaft. Wie kaum einem anderen gelang es dem Lintorfer Original Mecki Harte, das Miteinander in besonderer Art und Weise stets positiv zu gestalten.  

Mit fast 90 Jahren ging es dann noch einmal aufs Pferd. Ein Auftritt für die Presse zur Reitturnier-Vorarbeit eng am Hauptsponsor. Kein Thema, der Lintorfer Bub Mecki machte mit.