Fronleichnam ist für die Schützenfamilie jedes Jahr ein ganz besonderer Termin im Jahreskalender. Traditionell nehmen die Mitglieder der Bruderschaft gemeinsam an der feierlichen Fronleichnamsmesse sowie der anschließenden Prozession teil. In diesem Jahr zelebrierte Kaplan Kingsley die Messe in Lintorf erstmals – und wurde von der Schützenfamilie herzlich willkommen geheißen.
Nach dem Schlusssegen in der St.-Anna-Kirche setzte sich der Festzug mit klingendem Spiel in Richtung Schützenplatz in Bewegung. Angeführt vom Tambourcorps Lintorf marschierten die Schützen vom Lintorfer Markt durch den Ort. Wie schon so oft wurde der Zug allerdings von den geschlossenen Bahnschranken gestoppt. Während das Tambourcorps die andere Seite bereits erreicht hatte, musste der restliche Schützenzug geduldig auf das Öffnen der Schranken warten – ein mittlerweile fast schon traditioneller Zwischenstopp.







Auf dem Schützenplatz angekommen, bedankte sich der Chef der Bruderschaft zunächst bei den Spielleuten für die musikalische Begleitung und stellte anschließend den im Herbst nach Lintorf versetzten Kaplan Kingsley offiziell den Schützen vor.
Um 11.30 Uhr begann schließlich das traditionelle Schießen auf den Pfändervogel – und dabei kam es in diesem Jahr gleich zu mehreren kuriosen Szenen. Als plötzlich der Ruf „Der Rumpf liegt!“ über den Platz hallte, blickten einige Schützen zunächst erschrocken in Richtung ihres Festausschussvorsitzenden Jürgen Rumpf. Doch schnell stellte sich heraus: Gemeint war natürlich der letzte verbliebene Vogelpfand, den sich Jürgen Rumpf, Mitglied des Reitercorps, mit einem gezielten Schuss sicherte.
Besonders erfolgreich war an diesem Tag Thomas Busch. Ihm gelangen gleich zwei Treffer: den linken Flügel gewann er als Königspfand, außerdem sicherte er sich den Schwanz als Kronprinzenpfand. Weitere erfolgreiche Pfänderschützen waren Guido Brüning, der den Kopf errang, sowie Dirk Steingen mit dem rechten Flügel.
Spannend wurde es anschließend beim Wettbewerb um die Traditionskronprinzenwürde. In einem engen und hochklassigen Schießen setzte sich am Ende Kurt Ehrkamp durch und wurde neuer Traditionskronprinz.
Die nächste Kuriosität ließ beim Schießen auf die Traditionskönigsscheibe nicht lange auf sich warten. Dass Andreas Nieß, Bruderschaftskönig der Jahre 2024/25, Mitglied der Tellkompanie ist, bewies er eindrucksvoll. Mit seinem allerersten Schuss spaltete er die Scheibe – und brachte sie direkt zu Fall. Der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell, Namensgeber seiner Formation, hätte dabei vermutlich staunend applaudiert.
Und auch nach dem Wettbewerb blieb es humorvoll. Nachdem die Traditionskronprinzenkette überreicht worden war, fragte der frisch gekürte Kurt Ehrkamp seinen Vorgänger Guido Brüning: „Wie ist das eigentlich so, ein Traditionskronprinzenjahr?“ Guido hob grinsend den rechten Daumen und antwortete nur kurz und knapp: „Top!“