Reitercorps Lintorf

Rektor Emil Harte rief 1948 die männliche Bevölkerung unserer Gemeinde auf, die traditionsreiche Schützenbruderschaft von 1464 neu ins Leben zu rufen und fortzuführen. Die Bestrebungen waren da weiterzumachen, wo man Anfang der 30er Jahre hatte aufhören müssen. Natürlich gab es in diesen Nachkriegsjahren nicht die Formationen. die wir heute kennen, weil sich so etwas eben nicht von heute auf morgen organisieren ließ. So gab es im ersten Schützenzug 1948 zwar eine berittene Truppe doch dachte noch niemand an ein Reitercorps. Gekleidet in weißen Hemden und schwarzen, möglichst langen Hosen, konnte jeder am Umzug teilnehmen, der Freude daran hatte. Bis Ende 1955 konnte sich niemand zu einem festen Zusammenschluss durchringen, bis dann die Werner Harte, Sohn des 1. Schützenchefs Rektor Emil Harte, sowie Hans Derichs, Sohn des langjährigen RC- Protektors Johann Derichs, einige Reitbegeisterte, die man für die gemeinsame Idee zu gewinnen hoffte, ins Hotel Zur Post, besser bekannt als Gaststätte Plönes. einluden. Der Wirt Karl Plönes wusste nicht so recht, wo er die hippologischen Anwärter platzieren sollte, da sein Lokal an besagten 1. Januar 1956 brechend voll war, schickte er die Männer ganz einfach in seine Küche. An diesem Ort am Neujahrsmorgen 1956 wurde also das Reitercorps Lintorf von den Herren Werner (Mecki) Harte, Hans Derichs. Hans Joch, Ludwig Harte, Albert Engels, Josef Jostkleigrewe, Werner Raffael, Otto Jansen, Gerhard Schulmeister, Helmut Steingen, Fritz Müller und Ernst Kockerscheidt ins Leben gerufen. Von der eigentlichen Gründungsversammlung. die dann später nicht mehr in der Küche stattfand. gibt es leider kein Protokoll, weil eben niemand für so etwas zuständig war. Überhaupt war man noch gar nicht so formell und das junge Corps gab sich mit einem kleinen Vorstand zufrieden.Werner Harte wurde zum Rittmeister gewählt. Hans Derichs wurde Adjutant, heute würden wir vielleicht 2. Vorsitzender sagen. und Otto Jansen wählten die Reiter zum Schriftführer und Kassierer. Die Ziele. die sich die 12 Akteure gesetzt hatten, waren das kameradschaftliche Für- und Miteinander, das Auftreten im Schützenzug, und zwar möglichst in eigener Uniform, sowie der Erwerb einer eigenen Standarte. Das Letztere ging als erstes über die Bühne. Frau Laufs von der Duisburger Straße bestickte eine Standarte, für die die Reiter für damalige Verhältnisse tief in die Tasche hatten greifen müssen. Stolz führte Werner Harte als Rittmeister sein Corps im ersten Schützenzug an, stolz waren auch alle Reiter und – wie man hören konnte – begeistert waren alle Lintorfer, die in Fünferreihen den Straßenrand säumten. Das Reitercorps hatte eine Lücke gefüllt, die Schützenzüge waren noch attraktiver geworden.

Auch wenn das Gründungsjahr nunmehr 50 Jahre hinter uns liegt, so waren die Gründer doch schon damals allesamt gestandene Männer, also keine Halbwüchsigen, die sich mal eben so auf ein Pferd schwingen. Es waren zwar Kavalleristen dabei, es war ein Holzfuhrmann dabei, der von morgens bis abends mit Pferden umging, es war ein Bauernsohn dabei, wer aber außer den Kavalleristen konnte schon reiten. Von Hans Joch konnte man erfahren, dass man sich ein oder zwei Pferde lieh um an der Rehhecke, neben der damaligen Mülldeponie, wo heute die Maschinenfabrik Zimmer ist ein Ort also, wo man weit ab der Öffentlichkeit war von einem Pferd Auf- und Absteigen zu üben. Es hat Mitglieder gegeben, die recht schnell begriffen, wie, wo und von welcher Seite man ein solch hohes Tier erklimmt. Wenn heute so manches Reitpferd im Besitz von RC- Mitgliedern ist, so war ein ausgesprochenes Reitpferd zur Gründerzeit eine Rarität. Die Derichs und Jostkleigrewes hatten zwar Arbeitspferde, reiten wollten aber zwölf Männer. Diese zwölf Männer benötigten auch einen Sattel und eine Trense. Es war also eine Frage der Schnelligkeit, wer von wo sein Pferd und seine Reitutensilien erhielt. Wer ganz schnell war, dem konnten die Bauern helfen, wer nicht so zügig reagierte, der musste bei den umliegenden Reitställen nachfragen. Die ersten professionellen Reitställe in unserer Gegend, Jean Holzapfel in Ratingen, Tankred Rudloff in Angermund sowie die späteren Ställe Krümmel und Pläge waren oftmals Retter in der Not. Es sollen so phantastische Pferde im Kader gewesen sein, die sogar über geschlossene Bahnschranken sprangen, nur um nach Hause zu kommen. Möglicherweise spürte erst jetzt manches Tier, dass es zum Reitpferd geboren war. 1957 wurde erstmals auf Vorschlag des Rittmeisters ein Ringstechen abgehalten. Nach Rücksprache mit den Reiterfreunden der Nachbarschaft, Rittmeister Heinrich Roos von der Schützengilde Ratingen und Fritz Krümmel, der spätere Oberst der St. Sebastiani-Bruderschaft Ratingen, konnten nach deren Vermittlung auf dem Hof des Landwirtes Alfred Bauer in Ratingen-Eckamp dieses Ringstechen durchgeführt werden. Während sich das Reitercorps 1957 noch von der Gründung erholte, wollte man 1958, ein Jahr später, schon einmal etwas darbieten. In der fast 500jährigen Geschichte der Bruderschaft wurde 1958 erstmals ein Ringstechen in Lintorf abgehalten, und zwar auf dem Speeschen Gelände unmittelbar vor dem Bauernhof Derichs an der Sandstraße. Als Termin wurde der Sonntag, der 10. August, der Tag des Möschesonntag, ausgewählt. Um 13.45 Uhr trafen sich die Mitglieder des Reitercorps und des Tambourcorps zum Umzug der „Goldenen Bachstelze“ vor der Gaststätte Holtschneider am Markt. Ein gut 2-stündiger Umzug durch die Straßen Lintorfs kündigte den Bürgern das bevorstehende Schützenfest an. Gegen 16.00 Uhr fand dann das Ringstechen statt. Viele Teilnehmer schienen für die erste Königswürde favorisiert, doch nur Albert Engels errang drei von sechs Ringen und wurde somit der erste Reiterkönig. Zweiter wurde Hans Derichs. Den ersten Wanderpokal des Protektors Johann Derichs gewann die Mannschaft des Reitercorps der Schützengilde Ratingen, abends traf man sich im Stammlokal „ Holtschneider “ zu einem gemütliches Beisammensein.1959 fand dann das erste Ringstechen mit nachfolgendem Jagdspringen auf einem Feld am Thunesweg, dem heutigen Schützenplatz, statt. Der neue Reiterkönig wurde ermittelt, der Johann-Derichs-Wanderpokal unter vier Reitercorps ausgestochen, danach gab es ein Jagdspringen, welches das Reitercorps filmisch festgehalten hat. 20 Teilnehmer am Springen verlangten von Lintorfs Reitern ungekannte Organisation, es sollten unsere Lehrjahre werden. Interessant, dass man jeden, der an den Start ging, ganz einfach kannte, und wenn derjenige dann ohne Pferd über die Hürden ging, dann hatte man im Dorf ein Thekengespräch. Auch das Richterkollegium der damaligen Turniere bestand aus namhaften Lintorfer Bürgern, wie Liesel Arnold, Karl Holtschneider, Hermann Kockerscheidt, Johann Derichs u. a. Von unserem Turnierplatz am Thunesweg mussten wir auf den alten Sportplatz am Sonnenschein ausweichen. Als sich unsere Turniere größenmäßig schnell weiter entwickelten, kamen wir recht bald auf das Gelände der ehemaligen Firma Paas & Co., ein Ideal Turnierplatz; aber von hier aus mussten wir auf das Hintergelände ausweichen, mit dem wir seit Jahren sehr zufrieden sind. Ob wir hier nun eine ständige Heimat finden, das entscheiden unsere Stadtväter im Ratinqer Rathaus. Die Höhepunkte eines jeden Jahres blieben neben den Schützenfesten jeweils unsere Turniere. Die Teilnehmerzahlen stiegen stetig. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich in den Jahren eine renommierte, über die Grenzen Ratingens hinaus anerkannte und beliebte Großveranstaltung mit z. T. über 2.000 Starts an nunmehr schon vier Veranstaltungstagen. Diese Entwicklung ist mit einem Namen eng verbunden: Unserem langjährigen Mitglied und damaligen – und vielleicht wieder zukünftigen – Turnierwart René Krein. So schrieben die ,,Düsseldorfer Nachrichten“ am 21. Juli 1964, im Jahr des 500-jährigen Jubiläums der Bruderschaft: ,,Reitturnier in Lintorf gut besucht. – In der Bruderschaft wird dieser Sport liebevoll gepflegt. – Sieger beim Ringstechen und neuer Reiterkönig ist Günter Harte“. Im Jahr 1974 schreibt die „Rheinische Post“ in ihrer Ausgabe vom 21. Mai. ,,Rekordbeteiligung beim Reiterfest. 200 Pferde bei rund 500 Starts. – Beginn schon morgens um 7.30 Uhr“. Viele solcher oder ähnlicher Zeitungsauszüge könnten hier zitiert werden, alle positiv und voller Anerkennung.Unter uns Mitgliedern wird nicht selten – manchmal auch mit einer kleinen Spur Stolz – von uns als Interessengemeinschaft für Turnierorganisation und Turnierdurchführung gesprochen. Der Reitsport ist jedoch ein Volkssport geworden, was bedeutet, dass das Persönliche, das der Reiter beim kleinen ländlichen Turnier erlebte, dem Massenandrang zum Opfer fallen musste. Erstaunlich ist für uns, dass trotz dieses Organisationsaufwands unsere Turniere immer noch – wie auch von anderen neidvoll bestätigt – ohne Hektik, ja sogar ein bisschen familiär ablaufen. Im Jahr 1993 übernahm das Reitercorps die Ausrichtung zur Qualifikation zum Jugendchampionat, 1994 eine Qualifikation zum Volvo – Cup, im Jubiläumsjahr 1996 richtet das RCL die Qualifikation zur Sichtung zum Bundeschampionat des deutschen Springpferdes aus. Im Jahre 2001 sah es erstmalig so aus, als würde das Reitercorps dazu gezwungen das mittlerweile traditionell auf Himmelfahrt stattfindende Turnier abzusagen. Obwohl alle Vorbereitungen getroffen, die Nennungen eingegangen, die Richter, Ärzte, und Hilfsdienste bestellt waren, wurden wir durch das von der Landesregierung verhängte Viehtransportverbot 14 Tage vor unserem Termin gezwungen das Turnier abzusagen.

Aber ein Jahr ohne Turnier das konnten sich die RCL- ler nicht vorstellen und machten aus der Not eine Tugend. Himmelfahrt ist wie jeder weiß Vatertag, nun konnten auch mal die Männer des RCL eine Vatertagsplanwagentour machen und das Turnier wurde einfach auf September verlegt. Ein Bonbon konnten wir dann auch noch erhaschen, wir bekamen eine von 8 Qualifikations-Prüfungen zum Mitsubishi Cup ein S- Springen auf nationaler Ebene. Dreimal, in den Jahren 1992, 1995 und 2002 hat das Reitercorps für den Kreisverband Niederbergischer Reit- und Fahrvereine Mettmann e.V. die Kreisturnier veranstaltete. Seit 2003 sind die Kreismeisterschaften als fester Bestandteil in die nunmehr umbenannten Lintorfer Reiter Tage integriert worden. Aber auch das Ringstechen wurde weiterhin aktiv und auch erfolgreich ausgeübt. So gewannen Reiter des RCL´s 3x die Mannschaftsstadtmeisterschaft 1987, 1997, 1998 (mit den Reitern Wolfgang Keller, Mario Lentzen und Jürgen Rumpf) und 4x die Einzelstadtmeisterschaft 1994, 1998 Mario Lentzen und 1996, 1997 Jürgen Rumpf. Auch in den Mannschaftsvergleichsringstechen die 1958 aus der Taufe gehoben wurden, waren RCL- Reiter immer wieder als Tagesbeste oder Mannschaftssieger erfolgreich. Anfang des Jahres 1995 machte man sich im Kreise der Reitercorps-Mitglieder ernsthafte Gedanken wie zukünftig der Reiterkönig ermittelt werden sollte. Waren doch mittlerweile eine gehörige Anzahl der Mitglieder in einem Alter in dem man nicht mehr unbedingt im gestreckten Galopp unter einem Galgen her- reiten sollte, nicht das es die meisten nicht mehr gekonnt hätten, doch die Verletzungsgefahr durfte nicht außer acht gelassen werden. So entschied man sich nach vielem für und wieder dazu, zukünftig einen Corps König durch Schießen auf einen Königsvogel mit anschließendem Auflegen einer Königsplatte und mit einer Sperrfrist von drei Jahren auszutragen. Der Reiterkönig (wurde anfänglich auch als Vereinsmeister tituliert) sollte weiterhin ausgeritten, und aus den besten drei Teilnehmern dann die Mannschaft für die Vergleichswettkämpfe rekrutiert werden. Als der Ehrenvorsitzende Werner (Mecki) Harte 1998 für den Johann- Derichs- Wanderpokal einen neuen Pokal stiftete, konnte er sich sicher nicht vorstellen, das die Mannschaften des RCL´s so motiviert waren und diesen jetzt nun schon zum achten mal in Folge gewinnen konnten. Welches für Ihn zufolge hatte, das jeweils nach drei Erfolgen ein Neuer Pott her musste. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn an dieser Stelle alle Reiterkönige und Corps- Könige chronologisch aufgelistet würden, aber stellvertretend für alle Vorgänger möchten wir dem amtierenden Corps- König Alfons Bruglemanns sowie dem Reiterkönig Benjamin Korte die uns in dieses Jubiläumsjahr hinein führen, für ihr bisheriges Engagement danken und für die weiteren Aufgaben viel Glück wünschen.

Die ersten Herbstjagden, damals nannte man sie Hubertusritte, fanden bereits 1958 statt und zwar in den Spee’schen Wäldern rund um den Stinkesberg. Erst in den 60er Jahren wurden die Fuchsjagden in die Duisburger Wälder verlegt, wo die Großzügigkeit des Geländes erst ein regelrechtes Fuchsjagen ermöglichte. Die großen Herbstausritte, an denen stets viele Gäste teilnahmen, fanden seit 1974 statt. Diese Tradition‘ haben wir nach einer längeren Pause Ende der 90er Jahre wieder aufleben lassen.

Nicht nur Pferde brauchen eine Tränke, die RCL Mitglieder auch, so wurde die Gaststädte Holtschneider Inhaberin Maria Becker, zum Vereinslokal auserwählt. Bis 1964 war es Schauplatz vieler Versammlungen und Sitzungen. Nicht selten kühlte man die heißen Köpfe im nahe gelegenen Mühlteich ab. 1964 wechselten die Reiter das Vereinslokal; man hatte sich auf das Anna-Haus geeinigt. 1975 wurde der Bürgershof unser Vereinslokal.1977 beschlossen wir, ein eigenes Clubhaus auf dem uns zur Verfügung gestellten Turniergelände zu errichten. Im Laufe der nächsten
Monate wuchs und gedieh unser Clubhaus in mühe- und liebevoller Kleinarbeit. Im April 1978, nach einem gemeinsamen Ausritt, wurde unser Casino eingeweiht. Im Laufe der Jahre vergrößerten wir das Gebäude zusehends. In diesem prächtigen Werk, auf das wir alle stolz waren, fanden bis 08.April 1995 interne Versammlungen, Vereinsfeiern, Geburtstage, Hochzeiten, sowie Bruderschaftsversammlungen und Empfänge statt. Doch im Frühjahr 1995 wurde unser schönes Casino ein Opfer der Flammen. Gerne wollten wir ein neues Vereinsheim erstellen, welches nicht nur für die Durchführung unserer Turniere dringend benötigt wurde, doch waren wir in dieser Frage auf das Wohlwollen unserer Stadtväter angewiesen, denen wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchten, dass Sie unserem Anliegen so wohlwollend zugestimmt haben. So wurde Mitte 1996 ein neues Casino „Kleiner aber deshalb nicht weniger fein“ aufgebaut. Welches bis heute von
mehreren Formationen der Bruderschaft und auch den Jungschützen für Feiern und Zusammenkünfte gerne genutzt wird.

Aber auch ihre Wurzeln haben die Mitglieder des Reitercorps nie vergessen, so wurde und wird die Beteiligung an allen Bruderschaftsveranstaltungen und Treffen zur Selbstverständlichkeit. So konnte das Reitercorps erstmals im Jahr 1969 mit Armin Schnitzer eine Bruderschafts-Majestät stellen. Ein glanzvolles Schützenjahr durfte er mit seiner Königin und Frau Edith verleben, nur eines, beim sonntäglichen Festzug meinte der Wettergott es nicht gut und öffnete seine Schleusen so stark, dass der Schützenzug ausfallen musste (nach der Widergründung im Jahre 1948 das einzige Mal). Im Jahre 1981 trat der Rittmeister Werner Harte nach 26-jahrigem Vorsitz zurück und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Volker von Schindling. Aber bereits nach einem Jahr trat dieser wieder zurück und wurde durch Willi Uferkamp ersetzt. Unter seinem Vorsitz konnte das Reitercorps im Jahre 1983 nach langer Abstinenz mit Friedhelm Johanning wieder einen Bruderschaftskönig stellen. Nach 2-jähriger Amtzeit stellte sich Willi Uferkamp nicht mehr der Wahl. Bei den Neuwahlen 1984 wurde Horst-Bruno Schloßmacher zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt, diese Position hatte er bis zum 1. Juni 2000 inne. Während seiner Amtszeit konnte das Reitercorps 4 Bruderschaftskönigspaare stellen und zwar 3x hintereinander: im Jubiläumsjahr (525jähriges Bestehen der St. Seb. Schützenbruderschaft) 1988/89 König Mario Lenzen und Königin Melanie Schloßmacher, 1989/90 König Gerhard Dunkelberg und Königin Helga und 1990/91 König Horst-Bruno Schloßmacher und Königin Marita, 1993 wurde Marc Rumpf der erste Kronprinzen aus dem RCL. 6. Jahre nach der letzten Königswürde errang 1996/97 dann Uwe Westphal mit seiner Frau Eveline die Bruderschaftskönigswürde. Im Juni. 2000 übernahm dann der derzeitige 2. Vorsitzende Jürgen Rumpf kommissarisch die Leitung des Reitercorps welche auf einer außerordentlichen Versammlung im September dann bestätigt wurde. Der neu gewählte Vorstand dankte Horst-Bruno Schloßmacher für seinen langjährigen Einsatz und ernannte Ihn zum Ehrenvorsitzenden.Zusätzlich wurden Ihm und Rene Krein für ihre Verdienste die neugeschaffene Ehrennadel in Gold verliehen.

Im Jahr 2002 kam dann der Generationswechsel im Vorstand voll zum tragen. Es wurde der Mitgliedergemeinschaft der Vorschlag einer Satzungs- Änderung unterbreitet, der das Ziel hatte, durch Gründung einer Amazonengruppe dem Weiblichen Geschlecht den Weg ins Reitercorps zu ebnen. Dieser Vorschlag löste eine lebhafte Diskussion aus, sahen doch einige die Gefahr der weiblichen Unterwanderung, einer der letzten männlichen Domänen. Aber der Vorstand konnte diese Bedenken bei den meisten zerstreuen und so gründete sich in Frühjahr 2003 eine Amazonengruppe als Unterabteilung des Reitercorps. Das Jahr 2005 stand ganz im Schatten der freudigen Erwartung auf das Jubiläumsjahr so wollten wir es auch direkt feierlich beginnen und luden alle ehemaligen und einige Freunde zum Neujahrsempfang anlässlich des 50. Gründungstages ins Casino ein. Wir alle fieberten dem Schützenfest entgegen, denn für uns war klar, ein Reiter muss Schützenkönig werden „fürs Jubiläumsjahr“ doch wie wir alle wissen, es wurde nichts draus. Aber umso größer war die Freude denn Benjamin Korte konnte die Kronprinzenwürde 2005 erringen.

Auch personell war das Reitercorps mit der Bruderschaft immer eng verbunden. So übernahm 1983 Werner Harte, der seit 1981 Adjutant des Obersten war, das Amt des verstorbenen Oberst Willi Frohnhoff. Bis zum Titularfest im Januar 1992 war Werner Harte Oberst der Bruderschaft, dankte dann aber aus Altersgründen ab. Die Position des Obersten blieb seitdem in den Reihen des Reitercorps. Mit großer Mehrheit wurde Friedhelm Schnitzer als neuer Bruderschaftsoberst gewählt. Im Jahr 2002 wurde er, nach dem er das Amt 10 Jahre ausgeübt hat, viel zu früh aus dem Leben gerissen. Unseren jetzigen Oberst Wolfgang Keller trat seine Nachfolge an. Seit 1990 sind ebenfalls die Adjutanten Mitglieder des Reitercorps und zwar:1990-2002 Mario Lenzen, 1990-2000 Jürgen Rumpf, 2000-2002 Herman Lentzen und 2002 bis heute Joachim Schultz. Zusätzlich waren von 1986 bis 1992 erst Bruno Sieling und dann Friedhelm Schnitzer Jungschützenmeister der Bruderschaft.

In den Jahr 1992 bis 1996 veranstaltet das Reitercorps Lintorf in Ratingens guter Stube, der Stadthalle, alle zwei Jahre einen großen ,,Reiterball“. Alle Veranstaltungen waren eine gute Werbung für das Reitercorps. Ein niveauvoll geschmückter Saal sowie Darbietungen erstklassiger Künstler fanden bei den Gästen großen Anklang.

2006 ist für das Reitercorps ein besonderes Jahr: Mit ein wenig Stolz und großer Zuversicht sieht das Lintorfer Reitercorps seinem 50jährigen Jubiläum entgegen und hofft, dass es ein Jahr voller Harmonie und Erfolge wird und den Kameradschaftsgeist noch mehr festigt. Aus dem Kreise der Mitglieder sind noch 3 Gründungsmitglieder aktiv tätig, und zwar: Werner Harte, Ludwig Harte und Gerd Schulmeister. Für ihre Vereinstreue gilt ihnen besonderer Dank. Mögen sie dem Reitercorps noch lange mit ihrem Rat hilfreich und unterstützend zur Seite stehen.