Andreas-Hofer Korps

Nach langwierigen, mehrwöchigen Gesprächen trafen sich am 27. September 1958 die Schützenbrüder Karl Clasen, Peter Hannen, August Nüsser, Alfred Preuß, Heinz Pützer, Werner Rieder, Rudolf Soumagne und Franz Steingen zur Gründungsversammlung im späteren Vereinslokal Mecklenbeck. Man beschloss, die neu gegründete Schützengemeinschaft „Marine-Korps“ zu nennen. Zum 1. Vorsitzenden und Oberbootsmaat wählte die Versammlung August Nüsser. Ferner wurde festgelegt: „Sinn und Zweck des Marine-Korps ist, sich für das Christentum, Bürger- und Gemeinsinn einzusetzen und die Geselligkeit zu pflegen. Sauberkeit, Anständigkeit und Kameradschaft sollen oberstes Gebot des Korps sein und in der Öffentlichkeit möchte man immer ein gutes Beispiel geben, getreu nach dem Wahlspruch der Bruderschaft „Für Glaube, Sitte und Heimat“.
Nachdem man die Bruderschaft über alle Einzelheiten informiert hatte, und auch die Zustimmung hatte für das Tragen einer Marine-Tracht, die vollkommen abweichend von der üblichen Schützentracht war, stand dem aktiven Wirken dieser neuen Gemeinschaft nichts mehr entgegen.
Zum Schützenfest 1959 stellte sich das Marine-Korps erstmals in den neuen Uniformen der Öffentlichkeit vor. Die Resonanz bei der Bevölkerung und die Presseberichte waren sehr positiv. Innerhalb von zwei Jahren wuchs die Formation durch Neuaufnahmen auf annähernd 20 Mitglieder an. Im Jahr 1962, zwei Jahre vor dem 500-jährigen Bruderschaftsjubiläum, beschloss das Marine-Korps sich neue Uniformen anzuschaffen, und in Andreas-Hofer Korps umzubenennen.
Beim sonntäglichen Festzug 1964 zeigten sich die Schützen des Andreas-Hofer Korps in ihrer neuen Tracht. Nach dem Schützenfest wurde erstmals ein „Hahneköppen“ des Andreas-Hofer Korps durchgeführt und durch Hans-Willi Küpper eine Schießmannschaft innerhalb des Korps ins Leben gerufen. Ebenso aktivierte Hans-Willi Küpper, der zwischenzeitlich zum Bruderschaftsschießmeister gewählt wurde, das sportliche Schießen in der Lintorfer Bruderschaft.
Große Freude erlebte das Andreas-Hofer Korps im Jahr 1968, dem Jahr des 10-jährigen Bestehens. Das Mitglied Theo Schulz errang die Kronprinzenwürde der Bruderschaft.
Am 24. Juni 1978 wurde das „Wirtshaus – Am Weiher“ zum Vereinslokal gewählt. Durch eine Vielzahl neuer jugendlicher Mitglieder wurde 1979 nicht nur der Korpskönig, sondern auch erstmals ein Jungkönig ausgeschossen, und die Damen des Korps schossen, ebenfalls erstmals, eine Gemüsekönigin aus.
Das Jahr 1982 kann man richtungsweisend nennen, das Korps war auf 29 Mitglieder angewachsen. Absoluter Höhepunkt des Jahres war der Königsschuß des Mitgliedes Detlef Schwich, der damit erstmals einen Bruderschaftskönig aus den Reihen des Andreas-Hofer Korps passend zum 25-jährigen Jubiläum holte.
Höhepunkt des Jubiläumsjahres 1983 waren der Festgottesdienst für die Lebenden und Verstorbenen des Korps in der St. Johannes-Kirche. Musikalisch gestaltet wurde die hl. Messe vom Jagdbläserkorps St. Hubertus Hösel. Zu der anschließenden Matinee im Pfarrsaal von St. Johannes konnte der 1. Vorsitzende Franz Steingen viele Ehrengäste und Freunde des Korps begrüßen. In der Laudatio gab Schützenchef Hans Lumer, wie auch der Bundesschützenmeister Herr Hermann Macher, einen geschichtlichen Überblick auf die Bedeutung des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas-Hofer während der Befreiungskriege. In der Festmesse zum Schützenfest 1983 wurde die vom Bruderschaftskönig Detlef Schwich gestiftete neue Standarte des Andreas-Hofer Korps geweiht.
Bei der Generalversammlung 1985 stellte sich der 1. Vorsitzende Franz Steingen nach mehr als 25-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Detlef Schwich gewählt und Franz Steingen wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Das Schützenfest 1987 brachte für das Andreas-Hofer Korps einen weiteren Glanzpunkt. Mit Karl-Heinz Korb kam wieder ein Bruderschaftskönig aus den Reihen des Andreas-Hofer Korps.
Als Königsformation hatte das Andreas-Hofer Korps das Königsfest am 30. Januar 1988 im Saal von Haus Anna zu planen. Programmgestaltung, Dekoration und Ausschmückung des Saales oblag dem Andreas-Hofer Korps. Federführend zeigte sich hier der Bruderschaftskönig Karl-Heinz Korb. Die Veranstaltung, die weitgehend durch bruderschaftseigene Mitglieder gestaltet wurde war ein großer Erfolg!
Am 28. Mai 1988 feierte das Andreas-Hofer Korps seinen 30-jährigen Geburtstag verbunden mit dem Königsfest im Pfarrsaal von St. Johannes. Es war das erste Mal, dass das Andreas-Hofer Korps ein Königsfest öffentlich, also nicht korpsintern, veranstaltete.
Beim Titularfest 1989 erhielt Hans-Willi Küpper für seine Verdienste um den Schießsport innerhalb der Bruderschaft aus der Hand des Hochmeisters der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Herrn Maximilian Graf von Spee, das „St. Sebastianus-Ehrenkreuz“ verliehen. Zum Ende des Jahres 1991 legte Hans-Willi Küpper das Amt des Bruderschaftsschießmeisters nieder, als sein Nachfolger wurde Heinz Blumenrath von der Hubertus Kompanie gewählt.
Obwohl Hans-Willi Küpper den Schießmeisterposten niederlegte, das Schießen hat er nicht verlernt. Beim Schützenfest 1992 holte er sich die Würde des Lintorfer Bruderschaftskönigs. Das die Freude innerhalb des Andreas-Hofer Korps riesig war, ist zu verstehen. Hatte man in den ersten 20 Korpsjahren keinen Bruderschaftskönig stellen können, so gelang dies in den letzten zehn Jahren nun zum dritten Mal.
Zum Schützen- und Volksfest 1997 wurde Rainer Steingen, abermals ein Andreas-Hofer Schütze, neuer Lintorfer Bruderschaftskönig, und dies auch diesmal wieder passend zum anstehenden 40-jährigen Jubiläum im Jahr 1988. Der 40. Geburtstag des Andreas-Hofer Korps wurde im würdigen Rahmen gefeiert!